Der Basler Ausschuss stimmt der Veröffentlichung eines Berichts über das Risikomanagement im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie zu, treibt die gezielte Überprüfung von Krypto-Assets voran und erwägt gezielte Aktualisierungen der Liquiditätsrisikogrundsätze
Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat zugestimmt, einen Bericht über Risikomanagementpraktiken im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie zu veröffentlichen, der Einblicke in die Art und Weise geben wird, wie Banken mit IKT-bezogenen Betriebsrisiken umgehen. Dieser Schritt erfolgt, da der Ausschuss weiterhin die Entwicklungen bei der Nichtbanken-Finanzintermediation, einschließlich Privatkrediten, beobachtet und die Bedeutung einer verstärkten aufsichtsrechtlichen Kontrolle und des grenzüberschreitenden Informationsaustauschs zur Minderung potenzieller Risiken hervorhebt.
Der Ausschuss treibt außerdem seine Überprüfung des Aufsichtsstandards für das Krypto-Asset-Engagement von Banken voran und erwägt gezielte Aktualisierungen seiner Grundsätze zum Liquiditätsrisiko. Dies folgt auf eine Reihe regulatorischer, aufsichtsrechtlicher und struktureller Entwicklungen, die möglicherweise eine Überprüfung erforderlich machen, ob bestehende Rahmenwerke weiterhin ihren Zweck erfüllen. Die Arbeit des Basler Ausschusses zu diesen Themen spiegelt sein anhaltendes Engagement für die Stärkung der Regulierung, Aufsicht und Praktiken von Banken weltweit mit dem Ziel wider, die Finanzstabilität zu verbessern.
Die Diskussionen des Ausschusses unterstreichen auch die wachsende Bedeutung der Digitalisierung im Bankwesen und die Notwendigkeit wirksamer Risikomanagementpraktiken zur Minderung potenzieller operationeller Risiken. Da die Veröffentlichung des IKT-Berichts wertvolle Einblicke in Best Practices liefern soll, ist der Basler Ausschuss gut aufgestellt, um seine Mitglieder bei der Bewältigung der sich entwickelnden Finanzdienstleistungslandschaft zu unterstützen.
Why it matters
Die zunehmende Abhängigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Bankgeschäft birgt erhebliche Risiken für die Finanzstabilität. Da die betriebliche Widerstandsfähigkeit von Banken gegenüber IKT-Vorfällen immer wichtiger wird, ist der Bedarf an wirksamen Risikomanagementpraktiken noch nie so dringend. Die Entscheidung des Basler Ausschusses, einen Bericht über eine Reihe von Praktiken zum IKT-Risikomanagement zu veröffentlichen, ist ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der aufsichtsrechtlichen Kontrolle und zur Förderung bewährter Praktiken in allen Jurisdiktionen.
Die Überprüfung gezielter Elemente ihres Aufsichtsstandards für das Krypto-Asset-Engagement von Banken unterstreicht auch die sich entwickelnde Natur finanzieller Risiken im digitalen Zeitalter. Da das globale Bankensystem weiterhin widerstandsfähig ist, könnten mögliche Auswirkungen zweiter und dritter Ordnung durch Faktoren wie Inflationsdruck und Unterbrechungen der Lieferkette diese Widerstandsfähigkeit auf die Probe stellen. Die Überlegungen des Ausschusses zu gezielten Aktualisierungen seiner Grundsätze zum Liquiditätsrisikomanagement spiegeln die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überprüfung und Verfeinerung der Regulierungsrahmen wider.
Die Arbeit des Basler Ausschusses zum IKT-Risikomanagement, zum Risiko von Krypto-Assets und zum Liquiditätsrisiko unterstreicht die Bedeutung der Anpassung regulatorischer Rahmenbedingungen, um aufkommende Risiken in einer sich schnell verändernden Finanzlandschaft zu bewältigen. Da die Banken weiterhin mit diesen Herausforderungen zu kämpfen haben, werden eine verstärkte aufsichtliche Kontrolle, ein grenzüberschreitender Informationsaustausch und wirksame Risikomanagementpraktiken für die Aufrechterhaltung der Finanzstabilität von entscheidender Bedeutung sein.
Wichtige Punkte
- Der Basler Ausschuss hat sich darauf geeinigt, einen Bericht über Risikomanagementpraktiken im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in verschiedenen Rechtsgebieten zu veröffentlichen und dabei hervorzuheben, wie wichtig es ist, nicht böswillige IKT-Vorfälle für die betriebliche Widerstandsfähigkeit anzugehen.
- Eine gezielte Überprüfung der Krypto-Asset-Engagements der Banken schreitet voran, eine Aktualisierung wird später in diesem Jahr erwartet; Der Ausschuss hat diese Überprüfung zuvor aufgrund der sich weiterentwickelnden Natur von Kryptoassets beschleunigt.
- Der Basler Ausschuss erwägt gezielte Aktualisierungen seiner Grundsätze für solides Liquiditätsrisikomanagement und -aufsicht angesichts der jüngsten regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Entwicklungen, die möglicherweise eine Überprüfung ihrer Zweckmäßigkeit rechtfertigen.
- Eine verstärkte Aufsichtskontrolle und ein grenzüberschreitender Informationsaustausch werden im Hinblick auf die Nichtbanken-Finanzintermediation, einschließlich Privatkrediten, betont, die indirekte Risiken und Verbindungen zu Banken mit sich bringt.
- Der Ausschuss wird weiterhin die Auswirkungen von Modellen der künstlichen Intelligenz (KI) auf die Cybersicherheit überwachen, wobei der Schwerpunkt auf der Identifizierung von Schwachstellen und der Stärkung der Abwehrmaßnahmen gegen potenzielle böswillige Nutzung liegt.
- Es wurde ein Arbeitsplan genehmigt, um weitere analytische Arbeiten zu den finanziellen Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf Banken durchzuführen, einschließlich der Art und Weise, wie sie die physischen Risiken solcher Ereignisse bewerten und bewältigen.
Institutioneller Kontext
Institutioneller Kontext Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, ein wichtiger globaler Standardsetzer für Bankenregulierung und -aufsicht, traf sich im Mai 2023, um verschiedene Initiativen zur Verbesserung der Finanzstabilität und zur Förderung solider Risikomanagementpraktiken zu erörtern. Der Ausschuss setzt sich aus Vertretern der weltweit führenden Zentralbanken zusammen, wobei Tiff Macklem, Gouverneur der Bank of Canada, derzeit den Vorsitz im Ausschuss innehat. Ihr Auftrag besteht darin, die Bankenregulierung, -aufsicht und -praktiken weltweit zu stärken, wobei der Schwerpunkt auf der Erreichung betrieblicher Widerstandsfähigkeit und der Minderung finanzieller Risiken liegt.
Der Basler Ausschuss arbeitet in einem kollaborativen Rahmen und verlässt sich bei der Erreichung seiner Ziele auf die Zusagen seiner Mitgliedsländer. Der Ausschuss berichtet an die Gruppe der Zentralbankgouverneure und Leiter der Aufsichtsbehörden, die wichtige Entscheidungen unterstützt. Diese Struktur ermöglicht es dem Ausschuss, seine Flexibilität zu wahren und gleichzeitig sicherzustellen, dass seine Empfehlungen auf internationaler Zusammenarbeit und Konsensbildung basieren. Daher ist die Arbeit des Basler Ausschusses eng mit anderen globalen Finanzinstitutionen verflochten, darunter dem Financial Stability Board und dem Internationalen Währungsfonds.
Die Mitglieder des Ausschusses umfassen Vertreter aus über 200 Ländern, was seine große Reichweite und seinen Einfluss bei der Gestaltung der Bankenregulierung und -aufsicht weltweit widerspiegelt. Seine Entscheidungen haben keine formelle supranationale Autorität, sondern beruhen vielmehr auf der Verpflichtung seiner Mitgliedsländer, seine Empfehlungen umzusetzen. Dieser Rahmen ermöglicht es dem Basler Ausschuss, Konsistenz und Flexibilität in Einklang zu bringen und sicherzustellen, dass seine Leitlinien sowohl wirksam sind als auch auf die sich entwickelnden globalen Wirtschaftsbedingungen reagieren.
Praktische Überlegungen
Praktische Überlegungen für Praktiker Banken und Finanzinstitute sollten ihre IKT-Risikomanagementpraktiken im Hinblick auf die bevorstehende Veröffentlichung eines Berichts über beobachtete Best Practices überprüfen, der Leitlinien für die Bewältigung nicht böswilliger IKT-Vorfälle bieten wird.
Die Überlegungen des Basler Ausschusses zu Aktualisierungen seiner Grundsätze für solides Liquiditätsrisikomanagement und -aufsicht können Finanzinstitute auch dazu veranlassen, ihre Rahmenwerke für das Liquiditätsrisikomanagement zu überprüfen. Da die Grundsätze im Jahr 2008 veröffentlicht wurden, rechtfertigen die jüngsten regulatorischen, aufsichtsrechtlichen und strukturellen Entwicklungen möglicherweise eine Überprüfung, ob sie weiterhin ihren Zweck erfüllen.
Finanzinstitute sollten auch auf mögliche Aktualisierungen des Aufsichtsstandards für das Krypto-Asset-Engagement von Banken vorbereitet sein, die später in diesem Jahr erwartet werden. Der Basler Ausschuss hat eine gezielte Überprüfung seines aktuellen Rahmenwerks beschleunigt, um auf die wachsende Besorgnis über Kryptoassets und deren potenzielle Risiken für die Finanzstabilität zu reagieren.
Source: BIS Press Releases